Hinter den Fensteröffnungen sehen Sie eine „Haubenk“, so die umgangssprachliche Bezeichnung des Arbeitsplatzes eines Steinmetzen. Der zu bearbeitende Werkstein lagert auf hölzernen Böcken. Und auf dem Granitblock liegt das wenige, notwendige Werkzeug.
Im Film können Sie dem Steinmetzmeister Ludwig Bauer bei der Arbeit zuschauen:
Mit einem Sprengeisen stellt er eine gerade Kante her.
Mit dem Schlageisen besäumt er den Kantenbereich, man sagt auch, er „zieht den Schlag auf“. Damit werden bei der weiteren Oberflächenbearbeitung Randabschläge vermieden.
Das Spitzeisen dient zum Abtragen von Unebenheiten oder zum Anarbeiten von Profilen.
Den Stockhammer nutzt man zur Ebnung der Oberfläche.
Und natürlich braucht man ein Schlagwerkzeug: den Handfäustel, der für einen kurzen und harten Schlag sorgt.
Bis ins beginnende 20. Jahrhundert war das alles, was ein Steinmetz zur Verfügung hatte, um dem Granit seine Form zu geben. Und viel Geschick und Ausdauer natürlich. Die brauchte man auch bei der vorgängigen Gewinnung der Rohblöcke.
Für das benötigte Steinmaterial hat man freiliegende Granitblöcke aufgearbeitet, wo immer es möglich war. Wenn nötig hat man oberflächige Steinbrüche angelegt.
Für die Teilung der Blöcke nutzte man zuallererst die natürlichen Klüfte im Granit. Das weitere Aufspalten war eine langwierige Arbeit. Es mussten zunächst Keillöcher geschlagen werden, in die man Stahlkeile einsetzte und durch Schlagen antrieb.
Ein entscheidendes Thema, das sich durch die gesamte Nutzungsgeschichte von Naturstein zieht, war das Bewegen der schweren Last. Rohblöcke, aber auch die fertigen Werksteine, wogen nicht selten einige Hundert Kilogramm. Dafür wurden schon im Mittelalter ausgefeilte mechanische Hebehilfen entwickelt.
Letztlich muss man zwei praktische Grundprinzipien intelligent und konsequent anwenden: Hebel und Rolle. Die Winde in ihren unterschiedlichsten Ausprägungen kombiniert beide Prinzipien. So war auch schon vor der Motorisierung das Bewegen gigantischer Gewichte möglich. Ein gutes Beispiel dafür sind die 33 Tonnen schweren königlichen „Monolithe“, die Sie bereits kennengelernt haben.
Wie es mit diesen im Bruch liegen gebliebenen Säulen weiterging, das erzähle ich Ihnen gleich nebenan beim Weichenstellgerät.