Wir erleben die Erdoberfläche, die Täler und Berge, die Flüsse und das Meer als etwas, das sich so gut wie nicht verändert. Das liegt an unserer Lebensspanne. Erdgeschichtlich betrachtet herrscht jedoch eine dramatische Dynamik. Gebirge wachsen und vergehen, Kontinente wandern, Ozeane öffnen und schließen sich. Nur ab und zu zeigt sich die gewaltige Veränderung der Erde in für uns Menschen bedrohlichen Ereignissen wie Erdbeben oder Vulkanausbrüchen.
Die Erdoberfläche ist wie eine brüchige Haut, die zwischen Himmel und Hölle ständig bewegt wird. Aus dem Erdinneren wirken Hitzeströme, der Himmel bringt die Kräfte der Luft und des Wassers ins Spiel.
Je tiefer man in die Erdkruste hineinkommt, desto wärmer wird es. Durch Tiefenbohrungen lässt sich so auch nachhaltig Wärme gewinnen.
Eine weltweit einmalige Bohrung hat man in Nordosten Bayerns zu Forschungszwecken durchgeführt: Die Kontinentale Tiefbohrung in Windischeschenbach reicht mehr als neun Kilometer in die Tiefe. Dann haben wegen der hohen Temperaturen die Werkzeuge versagt. Mit einem Knopfdruck können Sie die Fahrt in die Tiefe des Bohrlochs starten!
Warum hat man gerade im Osten Bayerns gebohrt? Weil es hier erdgeschichtliche Sensationen gibt. Hier sind vor etwa 350 Millionen Jahren zwei Kontinentalplatten zusammengestoßen. Dabei entstand ein Hochgebirge, so mächtig wie der heutige Himalaya. Und ein Überbleibsel dieses Gebirges ist heute der Bayerische Wald.
Schauen wir unseren schönen Bayerischen Wald genauer an. An der Karte links am Ende des Ganges erzähle ich mehr über dieses ins Alter gekommene Gebirge.